Auf Einladung des Ornithologischen Vereins Wartau und von BirdLife Sarganserland
erkundeten zahlreiche Interessierte am 30.05.2026 das vielfältige Kulturland der Gemeinde
Wartau. Unter fachkundiger Leitung von Heinz Müller erhielten die Teilnehmenden spannende
Einblicke in die Landschaft und ihre Bedeutung für die Landwirtschaft.
Die Exkursion wurde im Landschaftsraum um die Heuwiese, also zwischen Rhein und Autobahn,
durchgeführt, der sich durch eine sehr vielfältige Landschaft auszeichnet. Unterschiedliche
Bewirtschaftungsweisen führen zu Landschaftsveränderung, so dass man heute
verschiedene Landschaftszonen unterscheiden kann:
- Zonen reinen Acker- und Gemüseanbaus,
- eine Savannenstruktur mit Bäumen,
- eine extrem offene Landschaft mit Magerwiesen,
- und Sumpfgebieten im Bereich des mäandrierenden Mülbachs mit grösseren Schilfbereichen.
Je nach Landwirtschaftszone sind unterschiedliche Vögel in den genannten Zonen vertreten.
Walnussbaumplantage
In Wartau gibt es ca. 13ha Landwirtschaftsfläche, die mit Nussbäumen an eine Blumenwiese
angrenzend bepflanzt sind. Die ältesten Bäume sind ca. 12 Jahre alt. Diese Nussgärten bilden
eine Savannenstruktur aus hohen Bäumen und darunter Wiesenland, das sehr interessant für
Fledermäuse ist. Diese jagen dort abends nach Insekten, wo sie gut zwischen den Bäumen hin-
und herfliegen können.
Weiterhin wurden in diesem Bereich der Wiedehopf und der Wendehals nachgewiesen.
Ameisen siedeln sich gerne in der Nähe von Nussbäumen an und stellen die Hauptnahrung vom
Wendehals dar, der somit in dieser Gegend eine optimale Ernährungsmöglichkeit findet.
Buntbrachstreifen
Eine Extensivierung der Grünlandfächen bei abnehmenden Nutztierzahlen führte zur Anlage von
Buntbrachen in denen Wilder Oregano, Färberkamille, Rainfarn und die Weisse Nacht-Lichtnelke
wachsen. Die Nacht-Lichtnelke öffnet ihre Blüte nachts und wird von Nachtfaltern bestäubt, die
Futter für die Fledermäuse sind. Insekten lieben diese Wiesen und stellen somit wieder genügend
Futter für die Vogelwelt dar.
Armenguet – Rauchschwalben und Turmfalken
Im Gebiet Armenguet konnten wir in einem Viehstall eine der grössten Kolonien von 30
Rauchschwalben Paaren mit ihren Nestern in Wartau beobachten.
Früher war hier Ackerbaufläche, jetzt ist auf einer grossen Fläche eine Blumenwiese angelegt.
Ebenso leben 3 Turmfalken Paare in diesem Bereich.
Wasserralle und Teichrohrsänger
Der Mülbach überflutet teilweise die Ufer und bildet reine Schilfbestände als Lebensraum für
unterschiedliche Vögel, wie z.B. Wasserralle und Teichrohrsänger.
Kleinstbiotope
In kleinen Tümpeln und Teichen lebt hier z.B. die Gelbbauchunke.
Nach rund 5 h und gut 10'000 Schritten mit vielen eindrücklichen Naturbeobachtungen fand die
Exkursion gegen Mittag ihr Ende. Die Exkursion zeigte eindrücklich, wie eng Landwirtschaft und
Biodiversität miteinander verknüpft sind und wie vielfältig das Wartauer Kulturland als Lebensraum
für Pflanzen und Tiere ist.
Autor:
Rolf Enderes
9479 Malans
rolf-natur@enderes.info


